Der Whisky-Virus Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Reisebeschreibung

Regenwetter in Schottland? Das kommt vor. Wenn die Luftfeuchtigkeit draußen hoch ist, bieten Pubs und Destillerien einen trockenen und warmen Schutz. Aber Vorsicht! Schnell schlägt hier der Whisky-Virus zu.

 

Mit ihm infiziert sich Dr. Birgit Bornemeier, als sie sich an einem regnerischen Tag im Spätherbst kurzerhand entschließt, der Regenjacke eine Pause zu gönnen und eine Tour in der Oban Destillerie wahrzunehmen. Als der Kopf am Ende der Besichtigung von Begriffen wie ‚malted barley‘ und ‚grist‘, ‚wash back‘ und ‚spirit still’ schwirrt, lässt der Guide die ‚Classic Malts‘ verkosten, zu denen auch der Single Malt aus Oban gehört. Dabei erklärt er die Unterschiede zwischen Schottlands Whisky-Regionen. Der clevere Marketingansatz des DIAGEO-Konzerns, sechs seiner Single Malt-Marken so zusammenzustellen, dass sie jeweils eine Region repräsentieren, verführt zum Probieren, Vergleichen und Sammeln. Neugierig geworden, endet dieser regnerische Tag mit einigen unter Freunden geteilten ‚wee dram‘, der schottischen Maßeinheit für Whisky, im lokalen Pub. So verläuft eine typische Inkubationsphase mit dem Whisky-Virus. Sie mündet häufig in eine jahrelange Forschungsphase.

 

Binnen weniger Jahre avanciert die Whiskyliebhaberin Birgit Bornemeier so zur Spezialistin für Whiskyreisen. Seit 2007 bringt die professionelle Touristikerin mit Ihrem Unternehmen Reisekultouren Whisky-Wissen auf den Punkt und Whiskyenthusiasten an den Ort des Geschehens. Als Geografin versteht sie das Thema als „Landeskunde im Glas“ und kombiniert touristische Expertise mit detailliertem Know-How. Mit ganz speziellen Themen und Touren für interessierte Einsteiger, Kenner und Profis macht Reisekultouren die Spirituose erfahrbar. Birgit Bornemeier ist selbst häufig vor Ort, kennt persönlich was sie anbietet – und man kennt sie. So öffnen sich auch Türen von Brennereien und Warehouses, die unerreichbar scheinen.

Alle Reisen werden im Dialog mit dem Gast im Detail besprochen und auf seinen Geschmack abgestimmt. Die Reiseleitung der deutschsprachigen Whiskyreisen, für die es vielfältige Routen mit Terminen zum Zubuchen gibt, übernehmen zertifizierte Blue Badge-Reiseleiter oder Whisky-Profis. Selbstfahrtouren werden bereits ab zwei Gästen individuell arrangiert. Don’t drink and drive ist dabei kein Spaß-Hindernis für den Fahrer, da orts- und sachkundig geplant wird. Wer es exklusiver mag, lässt sich eine Privatreise mit Chauffeur zusammenstellen.

 

Whisky ist herrlich und weit gefehlt, wer mit dem Genuss des schottischen Lebenswassers ausschweifende Trinkgelage assoziiert. Whisky wird in Deutschland immer mehr zu einer kleinen Wissenschaft für sich. Die Zahl der Fans, die sich mit der keinesfalls trockenen Materie beschäftigen, wächst stetig. Doch wie infiziert man sich mit diesem Whisky-Virus? Bei einer Reise durch Schottland, ja sicherlich, denn dort ist Whisky Kulturgut und diese Faszination springt schnell über. Weit größer ist jedoch die Wahrscheinlichkeit, sich bei Freunden ‚anzustecken’.

Whisky ist überaus facettenreich, nicht nur im Glas sondern auch in Bezug auf den Erlebniswert. In den letzten Jahren ist der Kreis der Whiskyenthusiasten sehr stark gewachsen und wird immer vielfältiger. Man trifft sich in privaten Gruppen und Whiskyclubs, bei Tastings in den lokalen Fachgeschäften und bei Whisky-Dinners. Mittlerweile finden von Herbst bis Frühjahr an nahezu jedem Wochenende irgendwo in Deutschland Whiskymessen statt. Besser, vielfältiger und unterhaltsamer als auf solchen Veranstaltungen kann kaum verkosten werden. So lässt sich Neues entdecken, eine spezielle, lang verkosten werden. So lässt sich Neues entdecken, eine spezielle, lang gesuchte Abfüllung finden, fragen, vergleichen und Zeit mit Freunden verbringen. Es geht immer um die Aromen im Glas, doch insbesondere auch um den Austausch mit Gleichgesinnten und den Spaß an der Sache. Whisky ist weit mehr als ein Hobby. Whisky ist ein Lebensstil.

 

Das Spannende am Whisky ist seine extreme Vielfalt. Mittlerweile wird er in zahlreichen Ländern der Welt hergestellt. Japan, USA und Kanada sind groß im Geschäft und auch Deutschland hat sich als Whisky-Produktionsstandort in den letzten Jahren zunehmend etabliert. Wer „nur“ schottisch trinkt, der verpasst etwas. Die Whisky-Reisesehnsucht gilt jedoch bis dato überwiegend den traditionellen Ländern Irland und Schottland, wo das Destillat eng mit der Geschichte des Landes verwoben und wesentlicher Bestandteil seiner Kultur ist.

 

Die Whisky-Landschaft Schottlands gliedert sich in die Regionen Highlands, Lowlands, Islands, Speyside und Islay und jeder Region werden typische geschmackliche Eigenschaften zugeschrieben. Um es noch ein wenig komplizierter zu machen: 125 Whiskydestillerien produzieren derzeit allein in Schottland. Darunter sind berühmte große Namen wie Glenfiddich, Laphroaig und Highland Park, aber auch einige ganz neue kleine Craft-Distilleries, deren Namen man bisher nur in Insiderkreisen kennt, ferner Brennereien die „eingemottet“ sind, also vorübergehend stillgelegt, oder sogar ganz verschwunden. Destillate dieser ‚lost distilleries‘ sind rar und werden wie Schätze be- und gehandelt. Einige unabhängige Abfüller hüten noch solche seltenen Fässer aus längst vergangenen Whisky-Tagen und in den besten Whiskybars des Landes kann man davon probieren.

Bei dieser Vielfalt an regionalen und geschmacklichen Feinheiten hat es Vorteile, sich für eine fachkundig zusammengestellte Whiskytour zu entscheiden. Die Verkostungen sind dann perfekt untereinander und auf den individuellen Geschmack des Gastes abgestimmt. Es öffnen sich (Warehouse-)Türen, die Touristen in der Regel verschlossen sind und dabei werden vielfältige Blicke auch hinter die Kulissen der Produzenten und Abfüller möglich. Mit einem Chauffeur reist man dabei stilvoll, aber vor allen Dingen nach den Tastings auch ganz sicher. Doch auch als Selbstfahrer-Tour lässt sich Whisky facettenreich erleben, selbst wenn der Fahrer tagsüber bei den Verkostungen verzichten muss. Einige Brennereien denken mit und geben ihm ein Verkostungsmuster zum Mitnehmen. Mit Sach- und Ortskenntnis lässt sich die Reise zudem so planen, dass die Unterkunft in fußläufiger Entfernung oder kurzer Taxi-Distanz zur Destillerie liegt. Die Auswahl in der Hotelbar oder im Pub um die Ecke ist nicht selten außergewöhnlicher als die Whiskys, die im Rahmen von Standard-Destillerietouren ausgeschenkt werden. Eine geschickte Planung berücksichtigt bei Selbstfahrertouren daher Unterkünfte mit oder in der Nähe von einer Whiskybar. Eine schottische Eigenart sind ‚honesty bars‘ auf Vertrauensbasis, wie sie einige B&Bs und Guesthouse pflegen. Auch wenn das Haus nur wenige Zimmer hat, umfassen diese Bars oft einige Hundert Whiskyabfüllungen. Ehrensache unter Whiskyfreunden, das nicht betrogen wird.

Es ist eine feine Sache, individuell ein paar Tage in Schottland unterwegs zu sein und Brennereien zu besuchen. Hotel checken, Mietwagen buchen, noch ein handliches Whiskybuch ins Gepäck und los geht’s. Keine Frage, das geht auch ohne Reiseveranstalter. Was macht also den Mehrwert einer professionell organisierten und fachkundig geführten Whiskyreise aus? Insbesondere das, was man langfristig von der Reise mitnimmt und wovon man jahrelang profitieren wird: Fundiertes Wissen, das versierte Reiseleiter und Spirituosenspezialisten kompakt, verständlich und mit viel Spaß an der Sache vermitteln.

Hektik passt so gar nicht zu Schottland. Auf der berühmten Whiskyinsel im Westen des Landes nennt man das ‚Islay time‘. Hier ticken die Uhren langsamer. Wer seine Reise selbst organisieren möchte, sollte das berücksichtigen. Man braucht Zeit und Muße, entweder für die exakte Vorausplanung der Tour oder unterwegs vor Ort. Für inhaltsreiche und hochprozentige Whiskyreisen ist eine relativ kurze Reisedauer von vier bis sieben Tagen optimal. Organisatorisch wird eine kompakte Reiseplanung mit Öffnungszeiten und Führungsterminen der Destillen damit schnell zum komplexen Schiebepuzzle, gerade dann, wenn Fähren involviert sind. Schottische Distanzen lassen sich in Meilen messen, doch der Zeitaufwand wird tendenziell unterschätzt. Viele Straßen sind einspurig. Zudem ist die Fahrzeit stark witterungsabhängig. Scheint die Sonne, kann man sich von der Landschaft kaum losreißen und möchte bei jeder Gelegenheit für einen Fotostopp halten.

 

Whiskyenthusiasten haben individuelle geschmackliche Vorlieben. Das macht es schwer, eine passende Flasche als Geschenk auszusuchen. Bei Whiskytouren wird es noch anspruchsvoller, da neben den Whiskypräferenzen auch andere Reisewünsche zu berücksichtigen sind. Schließlich soll es kein trockenes Seminar zur Wissensvermittlung sondern ein erlebnisreicher Urlaub sein. Eine allgemeine Schottlandreise ist dabei oft zu generell und thematische Touren passen umso genauer, je präziser berücksichtigt wird, wohin die Reise lokal, geschmacklich und vom Erlebnis her gehen soll. Wird eine Whiskyreise als Geschenk geplant, hilft der Blick in den Barschrank, das Whiskyregal oder – auch das gibt es – das Whiskyzimmer des Beschenkten. Dort lassen sich Wünsche quasi an den Flaschen ablesen und die geben mehr preis als nur die Lieblingsmarken und bevorzugten Regionen. Spezialisten können daraus auch auf das Whisky-Wissen schließen: Ist eine Standard-Rundreise für den ersten Überblick das Richtige oder sind spezielle Warehouse-Tastings mit dem Destillerie-Manager und Masterclasses bei unabhängigen Abfüllern die passenden Highlights?

 

Ein wichtiger Aspekt ist, ob es eine 100%ige Whiskyreise sein soll – und darf. Whiskyfreunde bejahen dies meist, doch wenn die Begleitperson (noch) nicht vom Whisky-Virus infiziert wurde, kann eine Kombination mit Kultur- und Landschaftserlebnis entspannter sein. In Schottland steht Outdoor-Erlebnis naturgemäß oft ganz weit oben auf dem Reise-Wunschzettel. Whisky-Wanderungen, Torfstechen oder eine Landrover-Tour sind gute Ergänzungen zum klassischen Verkostungsprogramm während Whisky-Segeltörns eine eigenständige, sehr beliebte Reiseart sind. Das schwimmende Hotel ankert dann am Pier vor der Destillerie und Schottland, so sagt man, sieht vom Wasser noch schöner aus.

 

Wie Wasser, Gerste, Hefe und ein Eichenfass nur die Grundzutaten für Whisky sind, sind Flug, Mietwagen, Hotel und der Destilleriebesuch nur reisetechnische Basisleistungen. Beim Whisky wie auch bei Reisen ist die Herausforderung, aus diesen Zutaten ein unvergessliches Erlebnis zu kreieren.

 

Die besten Ideen entwickeln sich im persönlichen Gespräch und gerade darin besteht der Reiz einer individuellen Reiseplanung im Dialog mit der Expertise von Reisespezialisten. In Schottland sind viele Unterkünfte allein schon eine Reise wert. Fällt im Nebensatz der Hinweis auf eine Vorliebe für Steilküsten, kann eine Nacht im Leuchtturm das perfekte Highlight sein. Reisen Familie oder Freunde, kann ein Distillery-Cottage oder gar ein Schloss zur exklusiven Miete den passenden Rahmen bieten. Mitten in der Natur wohnt man zum Beispiel im kleinen Ferry Bothy, einem ausgedienten Fähr-Terminal, der als romantisches Retreat mitten in den Highlands eine neue Heimat gefunden hat.

 

Eine der häufigsten Fragen rund um Whiskyreisen ist die nach der idealen Reisezeit und damit sind wir wieder beim Lieblingsthema der Schotten, dem Wetter. Im Frühjahr und Herbst sind die klimatischen Bedingungen meist recht mild und angenehm, häufig sogar sehr sonnig. Sollte es tatsächlich mal regnen, denken sie positiv: „Today’s rain is tomorrow‘s whisky!“.

 

 

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