Sichere Implantatplanung mit dem Ortophos SL

 

Eine 42-jährige Patientin klagte über die Lockerung des Zahns 24. Nach Beratung ließ sich die Patientin eine DVT (Orthophos SL) erstellen. Diese zeigte eine Fissur der palatinalen Wurzel von Zahn 24 (Abb. 1). Nach der weiteren Untersuchung und Entfernung der alten prothetischen Versorgung wurde eine Längsfraktur der palatinalen Wurzel sichtbar. Die Patientin willigte in eine implantologische Behandlung ein.

Dr. Andrey Zherebtsov

Die Behandlung begann mit der virtuellen Implantatplanung und der anschließenden Planung und Herstellung einer Bohrschablone. Hierfür erfolgt zunächst das Design der künftigen Versorgung (Abb. 2). Bei diesem Ansatz wird die optimale Position des Implantats nicht nur anhand der anatomischen Gegebenheiten des Knochens, sondern auch der Eigenschaften der Prothetik bestimmt. Die Wahl des besten Implantatdurchmessers hängt von der Knochendichte und dem Verhältnis zwischen kortikalem und spongiösem Bereichen ab. Der kortikale Teil des Knochens ist für die primäre mechanische Stabilität des Implantats verantwortlich, während der spongiöse Teil die für eine erfolgreiche Osseointegration notwendige Blutversorgung bestimmt. Die Angulation des Implantats bestimmt weitgehend seine räumliche Ausrichtung im Knochengewebe und die Ausrichtung zur prothetischen Versorgung. Bei der Angulation des Implantats sollten die okklusalen Kräfte berücksichtigt werden, die in einer idealen Position der Suprastruktur entlang der langen Achse ausgerichtet werden sollten.

Abb. 1 Die DVT (Orthophos SL) der Ausgangssituation zeigt in Sidexis 4 eine Fissur der palatinalen Wurzel von Zahn 24.

Das Zentrum der Bohrung zur Implantatplatzierung und das Zentrum des Schraubenkanals zur Fixierung der Implantatsuprastruktur müssen übereinstimmen mit der Position der zentralen Fissur im Seitenzahnbereich und genau entlang der Achse zur tragenden Funktion des Antagonisten ausgerichtet sein. Wie tief das Implantat gesetzt wird, wird durch den Abstand zu den Approximalkontakten und der Notwendigkeit von mindestens 1 mm Knochen um das Implantat herum beeinflusst. Die Implantatplattform sollte nicht weiter als 5 mm von der approximalen Kontaktfläche entfernt sein; dann ist es möglich, die ästhetische Wiederherstellung der gingivalen Papille zu prognostizieren. In diesem Fall wurde das Implantat distal, nahe der Wurzel von Zahn 25, platziert.

Abb. 2 Virtuelle Implantatplanung für die anschließende Herstellung einer Bohrschablone.

Der Implantatplanungsbericht zeigt alle Besonderheiten, nicht nur die des Implantats, sondern auch der Arbeitslänge der Fräse (Abb. 3). Im Querschnitt, ± 3 mm von der Mitte des Implantats aus berechnet mit einem Schritt von 1 mm, ist es möglich, das Verhältnis zu den Nachbarzähnen zu analysieren. Das virtuelle Implantat wird innerhalb der CEREC Software zur Modellierung und Herstellung der Bohrschablone visualisiert. Mit der fertigen Bohrschablone konnte der chirurgische Eingriff begonnen und Zahn 24 extrahiert werden. Der Sitz der Bohrschablone wurde zunächst durch die Sichtfenster überprüft; die Bohrschablone erleichterte die Pilotbohrung.

Abb. 3 Der Implantatplanungsbericht.

Ein geschlossener Sinuslift erfolgte parallel zur Erweiterung des Implantatbetts. Da die Höhe des Bodens der Kieferhöhle 2 mm nicht überschritt, wurde das Material zur Augmentation nicht verwendet. Das Implantat hatte einen Durchmesser von 4,5 mm und eine Länge von 11 mm und wurde mit einer Standardführung und einem Führungsdraht von 3 mm Durchmesser und 50 Ncm Drehmoment inseriert. Das postoperative Röntgenbild bestätigte, dass das Implantat gemäß dem virtuellen Plan eingebracht worden war (Abb. 4).

Die Titanbasis (CEREC TiBase) wird dann für einen postoperativen intraoralen Scan mit einem Scankörper verbunden. Durch seine Form gibt er Auskunft über die räumliche Position des Implantats. Basierend auf den Daten wird eine temporäre Versorgung (CEREC) modelliert; anschließend wird die Restauration mit der CEREC MC X- oder MC XL-Schleifeinheit ausgeschliffen. Die temporäre Konstruktion wird auf der Implantatplattform befestigt und ein Röntgenbild gefertigt. Nach 14 Tagen kehrte der Patient zu einer weiteren Untersuchung zurück.

Abb. 4 DVT der finalen Situation. Die Implantation erfolgte gemäß des virtuellen Plans.

Die integrierte Implantologie nutzt hochwertige diagnostische Mittel, um einen genauen Behandlungsplan zu erstellen, den Behandlungsprozess objektiv zu überwachen und funktionelle und ästhetische Ergebnisse zu erzielen. Dieses Vorgehen bietet einen optimalen und komfortablen Prozess für die Behandlung und senkt gleichzeitig die Kosten, da die digitale Planung Unerwartetes reduziert und somit dem Anwender klinische Zeit spart.

 

– AUTOR

Dr. Andrey Zherebtsov, Moskau (RUS)

 

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